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Einweihung am Rhein: Hafen Emmerich setzt auf moderne Infrastruktur

Politik, Wirtschaft und Verwaltung begleiten Abschluss eines zentralen Ausbauprojekts

Mit der Inbetriebnahme eines neuen Containerkrans und dem Abschluss einer umfassenden Flächenerweiterung stärkt der Hafen Emmerich am Rhein seine Leistungsfähigkeit im Containerumschlag deutlich. Die Investitionen wurden von der Hafeneigentümerin Port Emmerich – Infrastruktur- und Immobiliengesellschaft mbH (PE) getätigt. Die neue Containerbrücke wurde am Montag, dem 11. Mai 2026 im Rahmen einer Feierstunde an Bord des Veranstaltungsschiffs „Oceandiva Futura“ gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung symbolisch an die Hafenbetriebsgesellschaft Contargo Rhein-Waal-Lippe GmbH (CRWL) übergeben, die den operativen Terminalbetrieb verantwortet.

Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Modernisierung der Hafeninfrastruktur. In den vergangenen Jahren wurde das Containerterminal zunächst um insgesamt 12.000 Quadratmeter erweitert. Auf dieser Grundlage folgte die Neu-Errichtung der landseitigen, die Sanierung der wasserseitigen Kranbahn sowie der Aufbau einer modernen Containerbrücke. Der neue Kran ersetzt dabei eine überalterte Anlage und ermöglicht einen leistungsfähigeren und nachhaltigeren Umschlag. Durch eine kontinuierliche und konstruktive Abstimmung zwischen allen Beteiligten, insbesondere den Hafengesellschaften und beauftragten Unternehmen, konnten sämtliche Maßnahmen während des laufenden Betriebs im Hafen stattfinden. Als landesbedeutsamer, trimodaler Standort verbindet der Emmericher Hafen Wasserstraße, Schiene und Straße und nimmt damit eine wichtige Rolle im regionalen und überregionalen Güterverkehr ein. Die Investitionen in Kranbahn und Containerbrücke belaufen sich auf rund 12 Millionen Euro, während das Gesamtvolumen der Infrastrukturmaßnahmen bei rund 20 Millionen Euro liegt. Eine Förderung erfolgt im Rahmen der Richtlinie für den kombinierten Verkehr (KV). Als Bewilligungsbehörde fungiert hierbei die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in Münster.

Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßte Tobias Mies, Geschäftsführer der Port Emmerich – Infrastruktur- und Immobiliengesellschaft mbH, die Gäste aus Deutschland und den Niederlanden und ordnete das Projekt in die langfristige Entwicklung des Standorts ein. „Mit diesem Projekt haben wir bewusst in die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts investiert“, sagte Tobias Mies. „Die Kombination aus Flächenerweiterung und moderner Umschlagtechnik stärkt die Leistungsfähigkeit des Terminals nachhaltig und schafft die Grundlage für weiteres Wachstum.“

„Die Investition zielt direkt auf die Effizienz im Terminalbetrieb ab“, erklärt Jürgen Albersmann, CEO der Contargo-Gruppe und Mit-Gesellschafter der CRWL. „Der Standort Emmerich spielt eine wichtige Rolle im Hinterlandverkehr der großen Seehäfen und ist zudem Grundlage für die Entwicklung der Grenzregion zwischen Deutschland und den Niederlanden als Logistik-Hot-Spot.“

Die Stadt Emmerich unterstreicht in einem Grußwort die Rolle des Hafens als wirtschaftliches Rückgrat. Die neue Kranbrücke ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt und der gesamten Region. Sie schafft Verlässlichkeit für die Unternehmen. Sie stärkt Emmerich als Wirtschafts- und Logistikstandort. Und sie zeigt: Wir alle, die wir heute hier sind, glauben an die Kraft dieses Hafens“, erklärte Bürgermeisterin Claudia Lindlahr.

Aus Blickrichtung Düsseldorf hob Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW, die strategische Bedeutung von Binnenhäfen hervor: „Wir sind in Nordrhein-Westfalen auf eine leistungsfähige Logistik angewiesen. Trimodale Binnenhäfen wie hier in Emmerich sind zentrale Knotenpunkte unserer Logistik. Sie verbinden Wirtschaftsräume effizient und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung von Industrie und Mittelstand. Jeder Container, der über das Wasser transportiert wird, entlastet die Straßen, reduziert Emissionen und bringt uns bei der Verkehrswende voran.“

Auch auf Bundesebene sieht man Investitionen zur Erhaltung und Ausbau der Hafeninfrastruktur als Schlüsselfunktion für wirtschaftliche Stabilität und Versorgungssicherheit. Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Bundestagsabgeordneter für den Kreis Kleve, unterstrich die Bedeutung leistungsfähiger Infrastruktur für Wirtschaft und Binnenmarkt: „Gerade in einem exportorientierten Land wie Deutschland sind funktionierende Lieferketten und eine zuverlässige Infrastruktur entscheidend. Investitionen in Binnenhäfen sichern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, sondern auch die Versorgung mit Rohstoffen, Waren und Energie, insbesondere in einer eng vernetzten Grenzregion wie hier am Niederrhein.“

Landrat Christoph Gerwers stellte die regionale Perspektive in den Mittelpunkt „Der Hafen Emmerich ist ein zentraler Standortfaktor für den Kreis Kleve und ein echtes Alleinstellungsmerkmal in unserer Region. Die Investition stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und eröffnet neue Potenziale. Jetzt kommt es darauf an, diese Chancen noch stärker für die regionale Wirtschaft zu nutzen. Aus dem Kreis – für den Kreis.“

In einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die Rolle von Binnenhäfen im Logistiksystem, die Bedeutung funktionierender Wasserstraßen sowie die Notwendigkeit, Infrastrukturprojekte schneller umzusetzen. Themen wie Verkehrsverlagerung, Versorgungssicherheit und die Weiterentwicklung des trimodalen Verkehrs standen dabei im Fokus.

Höhepunkt der Veranstaltung war die symbolische Übergabe des neuen Containerkrans an die Betreibergesellschaft, die etwa 150 geladene Gäste auf dem vollständig elektrisch betriebenen Schiff mitverfolgten. Die Weiterentwicklung des Standorts ist damit allerdings noch nicht abgeschlossen. Für die Erneuerung der zweiten Containerbrücke, die das Ende ihrer geplanten Lebensdauer erreicht hat, wurde bereits im August 2022 ein Förderantrag gestellt. Kurz vor der Veranstaltung erging diesbezüglich ein positives Signal der Fördermittelbehörde. Ziel ist es nun, die zweite Kranbrücke bis 2028 zu ersetzen und zusätzlich die Leistungsfähigkeit des Terminals in den kommenden Jahren weiter auszubauen.